Potenzialanalyse Tiefe Geothermie
Kurzfassung für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.

Der Bericht zeigt, dass hydrothermales Potenzial in Tiefen von ca. 1.200 m im Untersuchungsgebiet Ahrensburg theoretisch vorhanden ist, jedoch mit erheblichen geologischen, technischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden ist. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse beruhen dabei gänzlich auf Modellannahmen, regionalen Analogien und bautechnischen Erfahrungswerten, jedoch nicht auf existierenden, standortspezifischen Bohrdaten. Zentrale Voraussetzung für eine weitere Befassung ist daher keine unmittelbare Investitionsentscheidung, sondern zunächst eine tiefergehende Einzelbetrachtung der bestehenden und geplanten Fernwärmenetze, um deren Temperaturregime, Lastprofile sowie Ausbau- und Transformationspfade wirtschaftlich mit den im Bericht unterstellten Annahmen abzugleichen.

1. Zielsetzung und Untersuchungsrahmen
Der Bericht wurde im Auftrag der Stadtwerke Ahrensburg GmbH im erstellt und dient als Grundlagenermittlung. Er verfolgt ausdrücklich nicht das Ziel einer unmittelbaren Investitionsentscheidung, sondern dient zur:
Betrachtet wird der Bohrstandort Parkplatz Stormarnplatz als hypothetisches Beispiel für einen zentralen Standort in Zentrumsbereich Ahrensburgs mit direkter Einspeisung in ein unmittelbar angrenzendes theoretisches Fernwärmenetz. Dieses potenzielle Fernwärmenetz besteht aus dem Zusammenschluss folgender Teilnetze:
Die Netzzusammenlegung akkumuliert den prognostizierten Gesamtwärmebedarf der Einzelnetze im Jahr 2035 und dient als grundlegende Annahme für die Wirtschaftlichkeitsindikation der Studie.
2. Geologisches Potenzial – Potenzial mit sehr hohen Unsicherheiten
Als einziger potenziell nutzbarer geothermischer Horizont wird der Eozän-Kalksandstein (Glinde-Formation) identifiziert:
Der Bericht kommt zu folgender Einschätzung:
Hydrothermales Potenzial ist theoretisch vorhanden, die geowissenschaftliche Evaluation ergibt jedoch sehr hohe Unsicherheiten für das Untersuchungsgebiet Ahrensburg.
Kritisch sind insbesondere:
Hydrothermales Potenzial ist theoretisch vorhanden, die geowissenschaftliche Evaluation ergibt jedoch sehr hohe Unsicherheiten für das Untersuchungsgebiet Ahrensburg.
Kritisch sind insbesondere:
Eine belastbare Aussage zur tatsächlichen Förder- und Injektionsleistung ist erst nach weitergehenden geophysikalischen Erkundungen (z.B. 2D/3D-Seismik) und abschließend mit einer hydraulischen Erkundungsbohrung möglich. Die Kosten für weitergehende Untersuchungen (u.a. Seismiken) lägen voraussichtlich im mittleren 6-stelligen Euro-Bereich.

3. Technisches Nutzungskonzept – stark annahmengetrieben
Das technische Konzept nimmt eine Bohrung in Form einer hydrothermalen Dublette an mit:
Wesentliche Konsequenz:
Tiefengeothermie kann in Ahrensburg keine direkte Hochtemperatur-Wärmequelle sein, sondern nur im Verbund mit strombetriebenen Wärmepumpen wirken, um die prognostizierten Netztemperaturen zu erreichen. Damit steigt die Abhängigkeit von:
Tiefengeothermie kann in Ahrensburg keine direkte Hochtemperatur-Wärmequelle sein, sondern nur im Verbund mit strombetriebenen Wärmepumpen wirken, um die prognostizierten Netztemperaturen zu erreichen. Damit steigt die Abhängigkeit von:
4. Fernwärmenetze als entscheidender Prüfmaßstab
Die wirtschaftlichen und energetischen Aussagen des Berichts basieren auf folgenden vereinfachenden Prämissen:
Für die kommunale Bewertung ist entscheidend:
Die verwendeten Annahmen sind nicht deckungsgleich mit dem derzeitigen Zustand der Netze. Transformationspläne und Machbarkeitsuntersuchungen zu den einzelnen Teilnetzen sind derzeit noch nicht abschließend erarbeitet. Vor einen Zusammenschluss der Teilnetze ist jedes Fernwärmenetz zunächst separat zu betrachten:
Die verwendeten Annahmen sind nicht deckungsgleich mit dem derzeitigen Zustand der Netze. Transformationspläne und Machbarkeitsuntersuchungen zu den einzelnen Teilnetzen sind derzeit noch nicht abschließend erarbeitet. Vor einen Zusammenschluss der Teilnetze ist jedes Fernwärmenetz zunächst separat zu betrachten:
Die im Bericht modellierte Wärmeerzeugung über Tiefengeothermie ist somit kein Blaupausenmodell, sondern ein theoretischer Referenzfall, falls keine netzspezifischen und wirtschaftlicheren Alternativen existierten.

5. Wirtschaftlichkeit – nur indikativ, nicht entscheidungsreif
Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist ausdrücklich indikativ:
Der Bericht zeigt:
6. Einordnung für die kommunale Verwaltung und politische Selbstverwaltung
Aus dem Bericht lässt sich ableiten, dass die Weiterverfolgung der hydrothermalen Wärmenutzung hinter die Erarbeitung netzspezifischer Lösungen gestellt werden sollte.
Sollte nach den netzspezifischen Machbarkeitsuntersuchungen die Entscheidung getroffen werden, die Nutzung hydrothermaler Wärme weiter zu verfolgen, wären folgende weiteren Prüfschritte notwendig:
Sollte nach den netzspezifischen Machbarkeitsuntersuchungen die Entscheidung getroffen werden, die Nutzung hydrothermaler Wärme weiter zu verfolgen, wären folgende weiteren Prüfschritte notwendig:
7. Fazit – zunächst Alternativen prüfen
Der Bericht liefert eine sachlich fundierte, aber risikobewusst vorsichtige Potenzialabschätzung. Er spricht nicht für eine schnelle Umsetzung, sondern für ein schrittweises, netz- und realitätsnahes sowie risikobewusstes Vorgehen. Tiefengeothermie sollte daher nicht pauschal als mögliche Wärmeerzeugungsvariante bewertet, sondern gezielt gegen alternative Erzeugerstrukturen jedes einzelnen Fernwärmenetzes gespiegelt werden.

Handlungsempfehlungen der Stadtwerke Ahrensburg GmbH
Zunächst sollten die Transformationspläne der Bestandsnetze Ahrensburger Kamp, Otto-Siege-Straße und Bogenstraße sowie die Machbarkeitsstudie zum Fernwärmeneubaunetz Ahrensburg Zentrum planmäßig durchgeführt werden. In den Untersuchungen sollten netzspezifische Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien wirtschaftlich bewertet werden. Nur in dem Fall, dass sich in den Einzelnetzbetrachtungen keine alternativen Umweltwärmequellen oder keine netzspezifisch wirtschaftlich sinnvolleren Möglichkeiten zur Wärmeerzeugung darstellen lassen, sollte die Wärmeerzeugung über Tiefe Geothermie in weitergehende Betrachtung gezogen werden.
Hier lässt sich der Erläuterungsbericht herunterladen. (Das Dokument ist nicht barrierefrei)
Grundlagenermittlung zur Nutzung von TiefengeothermieHier lässt sich der Erläuterungsbericht herunterladen. (Das Dokument ist nicht barrierefrei)